Suche
  • Gedanken über
  • das gute Leben, Menschen und Technologien
Suche Menü

Hightech-Wirtschaftsthriller – Teil 1

Ich denke darüber nach einen Hightech-Wirtschaftsthriller zu schreiben. Darin geht es um die Verwicklungen zwischen großen Tech-Unternehmen und dem Schicksal der Menschen die darin arbeiten.

Hier sind meine ersten rein fiktiven Ideen.

Der fiktive international agierende Konzern Future Group 2001 gehört zu den Marktführern für Zukunftstechnologien. Er entwickelt und vertreibt weltweit Infrastruktursysteme und Dienste, die täglich von Millliarden von Menschen genutzt werden.

Die fiktive Firma Mega Tech Consult bietet schon seit Jahren Beratungsdienstleistungen rund um die Angebote der Future Group 2001 an. Führende Mitarbeiter der beiden Firmen kennen sich aus der Vergangenheit und pflegen ihre guten Beziehungen.

Die Future Group möchte ihren Gewinn steigern und beabsichtigt ihr Geschäft zu diesem Zweck in einigen Ländern zu intensivieren.

Damit mögliche Geschäftspartner weitere Verträge abschließen und nicht zur Konkurrenz abwandern, muss die Future Group unter anderen Service Level Agreements erfüllen. Diese beinhalten neben Vereinbarungen über die Verfügbarkeit der Dienste auch klare Regelungen für die Erbringung von Beratung und Support.

Da diese Aktivitäten für die Future Group keine skalierbaren Geschäftsmodelle darstellen und die Profite im Betrieb und Vertrieb der eigenen Dienste liegen, kooperiert die Future Group in einzelnen Regionen mit Firmen wie Mega Tech Consult.

Die Future Group akquiriert also regional Unternehmen, verkauft ihnen Dienste und Infrastruktursysteme und vermittelt ihre neuen Kunden anschließend an Mega Tech Consult weiter, damit diese zu den Produkten der Future Group eine passende Beratung durchführt und anschließend den Support übernimmt.

Falls Mega Tech Consult noch nicht in einem Zielland vertreten ist, unterstützt die Future Group sie beim Aufbau neuer Niederlassungen. Diese Unterstützung kann aus der Vermittlung erster regionaler Geschäftspartner bestehen, oder in dem die Future Group in den Zielländern eigene Mitarbeiter an Mega Tech Consult übergibt, damit diese vor Ort in den Dienst der Support-Firma treten.

Für die Geschäftsführung von Mega Tech Consult ist das ein sehr ergiebiges Geschäft. Denn sie müssen selbst keine Kunden akquirieren. Zum einen ist ihre Auftragspipeline durch die Leads der Future Group permanent gefüllt und zum anderen wird Mega Tech Consult durch den über die Jahre wachsenden Kundenstamm immer bekannter.

Immer wenn irgendein Unternehmen darüber nachdenkt die Angebote der Future Group zu nutzen, wird sie zwangsläufig auf Mega Tech aufmerksam. Denn Mega Tech hat scheinbar die größte Expertise in diesem Bereich.

Was für eine Cash Cow… Davon dürften wohl viele Unternehmer träumen und allein die Verwicklung zwischen den beiden Firmen sowie der Eindruck der Wettbewerbsverzerrung, der in solchen Systemen enstehen kann, würden viele Seiten in meinem Wirtschaftsthriller füllen.

Aber die menschlichen Aspekte finde ich noch viel interessanter. Was ist mit den Mitarbeitern von Mega Tech Consult?

Schaffen sie es zu skalieren? Wie viel von der jahrelangen Erfahrung, die sich theoretisch in ihrem Unternehmen befinden sollte, können sie bewahren und von Mitarbeiter zu Mitarbeiter übergeben?

Wie lange gelingt es ihnen den Eindruck zu vermitteln, alle Angebote der Future Group auf Expertenniveau zu beherrschen und jeden Kunden individuell unterstützen zu können?

Wie lange bleiben sie in einem Unternehmen, das ständig dazu gezwungen ist die Leads der Future Group zu übernehmen, weil es sonst eine der konkurrierenden Support-Firmen tut?

Wie lange können die Mitarbeiter diesem Druck standhalten?

Und mit welchen Methoden hält man diese Menschen bei Laune? Wie schafft man es eine Kultur zu etablieren, in der jeder dauerhaft so performt wie er soll, damit die große Gelddruckmaschine weiterhin reibungslos laufen kann?

Den Eigentümern der Mega Tech Consult kann die Entwicklung ihrer Mitarbeiter egal sein. Denn die Firma bewegt sich in einem extrem angesagten Umfeld.

Jeder der heute aus der Uni kommt und schnell Geld verdienen möchte, versucht einen gut bezahlten Job in der Technologie-Branche zu ergattern. Denn Zukunfts-Technologien sind hipp, die Jobs gelten als sicher und gut bezahlt.

Junge Bewerber, die über wenig Erfahrung verfügen können noch nicht einschätzen, ob sie bei ihrem ersten Job nach der Uni in einem guten Unternehmen landen, in dem sie sich

a) wirklich mit interessanten Technologien beschäftigen dürfen
b) in dem sie sich persönlich weiterentwickeln und wachsen können
und sie c) nicht einfach nur in Kundenprojekten, nach dem Motto „schwimm oder stirb“ verschlissen werden.

Falls sich also doch ein mal jemand entscheidet Mega Tech zu verlassen, wird sich garantiert wieder jemand finden, der jung und naiv genug ist zu glauben, dass er dort einen guten Einstieg in die Tech-Branche findet.

Ach was diese Charaktere für Geschichten erzählen könnten!

Ich sollte diese Idee weiter verfolgen…

Autor:

Andreas hat Geschichte, Informatik und Pädagogik studiert, als Programmierer das Glück gesucht und Unternehmen in der Digitalen Analyse beraten. Im Moment meistert er die Herausforderungen eines Product Owners in der Business Intelligence der OTTO Group. Wenn er neben Beruf und Familie Zeit für sich findet, verbringt er diese mit seiner Ukulele, Experimenten, Lesen und (manchmal etwas) zu viel Nachdenken. Hier erfährst Du mehr über Andreas und seine Motivation. Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, kannst Du Andreas auf Twitter folgen.