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Was stimmt nicht mit unserem Weltbild?

Kernfrage:

Wie gelingt mir der Übergang von einer passiven Gestaltung meines Weltbilds hin zu einer aktiven?

Beobachtung:

Die folgenden Quellen haben entscheidenden Einfluss auf mein Weltbild:

  • Medienportale wie Spiegel Online
  • Mediendienste wie Facebook, Twitter und WhatsApp
  • Werbung in allen Medien, online und offline, die kaum noch als Werbung erkennbar ist
  • Streamingdienste wie Netflix, Amazon und YouTube
  • Hörensagen
  • Bücher

Was ist daran das Problem?

Es gibt zu viele Informationen, meine Zeit reicht nicht aus um alle auf ihre sachliche Korrektheit hin zu überprüfen, eigene Recherchen anzustellen und die konsumierten Nachrichten in einen größeren Kontext zu bringen. Infolgedessen beschränkt sich mein Medienkonsum in den meisten Fällen auf die Schlagzeilen und den Einleitungstext. Botschaften, die oft wiederholt oder besonders drastisch formuliert werden, wirken auf mein Bewusstsein so als wären sie relevanter als andere Inhalte. (Stichwort: Aufmerksamkeitsökonomie)

Somit wird mein Weltbild passiv geprägt. Mein Gehirn befindet sich quasi in einem fortwährenden Zombiemodus, in dem es nicht aktiv arbeitet und nur noch auf vorgekaute Reize reagiert. Da so viele dieser Reize auf meinen Verstand einwirken, stumpfe ich langfristig ab. Ich werde zu einem passiven Menschen und mein Handeln – mein Schicksal – wird von anderen gelenkt.

Da die meisten von uns schon von klein auf an diesen passiven Nachrichtenkonsum gewöhnt und durch weitere Mechanismen zu passiven Konsumenten konditioniert werden, sind wir uns über dieses Verhalten nicht mehr bewusst. Es war scheinbar schon immer so und da sich alle so verhalten, scheint daran nichts verkehrt zu sein. Erst wenn wir über einen längeren Zeitraum außerhalb dieses System existieren, zum Beispiel aufgrund eines längeren Urlaubs, haben wir eine Chance uns darüber gewahr zu werden und unser Verhalten zu verändern.

Bei einer kurzfristigen Unterbrechung dieses Verhaltens, ist unser Gehirn allerdings gar nicht mehr dazu in der Lage in einen aktiveren Modus zu wechseln. Dies lässt sich oft bei Jugendlichen beobachten, wenn man ihnen ihr Smartphone weg nimmt, oder das Internet nicht verfügbar ist. In den ersten Stunden wissen sie rein gar nichts mit sich anzufangen. Da sie aufgrund ihrer Passivität über keine echten sozialen Netzwerke verfügen und nicht wissen, was man in der realen Welt außer Shopping und Fastfood-Konsum sonst noch anstellen kann, wählen sie die nächste Reiz-Quelle – den Fernseher – und die Passivität wird fortgesetzt. So führen wir ein Leben als perfekte Konsumenten.

Neo erwacht im Film Matrix und realisiert, dass die Menschen nur noch existieren, um einem künstlichen System als passive Energiequelle zu dienen.

Wer es dennoch schafft diesen Kreis zu durchbrechen und dann beschließt sein Leben anders zu verbringen, der wird schnell mit sozialer Isolation konfrontiert. „Wie du bist nicht bei Facebook?“ – „Du hast kein WhatsApp?!“ – „Und was machst du so, wenn du keinen Fernseher hast?“

Mit derartigen Fragen wird man schnell als Sonderling klassifiziert, der nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als andere Menschen auf ihre Fehler hinzuweisen.

Was kann ich dagegen tun?

Autor:

Andreas hat Geschichte, Informatik und Pädagogik studiert, als Programmierer sein Glück versucht, Unternehmen in der Digitalen Analyse beraten und setzt sein Wissen heute ein, um den Zukunftssektor Energiewirtschaft als Prozessmanager weiter nach vorne zu bringen. Wenn er neben Beruf und Familie Zeit für sich findet, verbringt er diese mit Experimenten, Lesen und (manchmal etwas) zu viel Nachdenken. Du findest Andreas auch auf Twitter.

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  1. Pingback: Mit vier Tipps zum eigenen Weltbild | Andreas Wienes

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