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Warum ich gerne mit Lego spiele

Als Kind habe ich kaum mit Lego gespielt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich dieses wunderbare Spielzeug nun mit unserem zweieinhalbjährigen Sohn entdecken kann. Mittlerweile können wir stundenlang zusammen sitzen und gemeinsam damit spielen.

Warum ich so davon überzeugt bin, dass Lego gut für die kindliche Entwicklung ist und die Beziehung zwischen Eltern und Kind so gut fördert wie kein anderes Spielzeug, erfährst Du in diesem Artikel.

1. Lego ermöglicht spielerisches Lernen

Die bunten Lego-Steine eignen sich hervorragend um zählen zu üben, quasi nebenbei Farben zu lernen und um kleine Alltagssituationen wie das richtige Verhalten im Straßenverkehr oder zwischenmenschliche Situationen zu erproben.

Das Lernen geschieht Dank Lego in einem spielerischen Kontext und mein Sohn steht unter keinem Erwartungsdruck, der sich in anderen Situationen eher ergeben könnte.

2. Lego spielen bedeutet lernen durch experimentieren

Im Moment ist die Lego Duplo Eisenbahn unser Lieblingsspielzeug. Beim Aufbauen der Eisenbahnstrecke probieren wir immer wieder neue Varianten aus. Dabei finden wir spielerisch heraus, ob der Zug zum Beispiel durch einen Tunnel passt, die Brücke ihn trägt und ab wann die Lok den Zug nicht mehr ziehen kann, weil der Zug zu stark beladen ist.

Wenn man seinem Kind die fertigen Lösungen nicht vorwegnimmt, bieten sich großartige Möglichkeiten zum Ausprobieren und Experimentieren. Wenn etwas nicht gleich klappt ist das nicht schlimm. Dann ändern wir es eben und versuchen es nochmal, bis es passt oder wir eine andere Lösung gefunden haben.

Ich wüsste nicht wie ich meinem Sohn das Trial and Error Prinzip (oder fail fast, fail often) besser beibringen könnte.

3. Lego hilft bei der Entwicklung der Frustrationstoleranz

„Ooooh Nein! Schon wieder kaputt! 😭“

Diesen Satz habe ich in den vergangen Wochen öfter gehört. Die damit verbundenen Tränen haben zum Glück abgenommen. Denn mein Sohn hat sich daran gewöhnt, dass unsere Bauwerke einstürzen können und er hat gelernt damit umzugehen.

Natürlich kann es frustrierend sein, wenn ein Bauvorhaben zum x-ten Mal scheitert, oder die aufwendig gebaute Brücke einstürzt, weil jemand darüber stolpert. Das frustriert manchmal nicht nur meinen Sohn, sondern auch mich. Aber unsere Frustrationstoleranz ist Dank Lego merklich gestiegen.

4. Lego fördert die Kommunikation

Das Kinder Spaß am Spielen mit Lego empfinden und mit der Zeit lernen sich damit zu beschäftigen ist kein Selbstläufer. Man muss die Bausteine und die damit verbundenen Möglichkeiten gemeinsam entdecken und sich darüber austauschen.

Dabei kommen Fragen auf wie „Was wollen wir bauen?“ oder „Welche Steine und Farben wollen wir verwenden?“ bis hin zu Bitten um gegenseitige Hilfestellung.

Bitte und Danke lassen sich dabei auch üben und so lernen wir beim Spielen wie man freundlich miteinander kommuniziert, um kleine und große Herausforderungen zu meistern.

Mein Sohn lernt durch Lego spielerisch Probleme zu analysieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, in dem er mit mir darüber in einem freundlichem Ton spricht. Darin liegt für mich der größte Nutzen von allen.

5. Das Genie beherrscht das Chaos

„Wo haben wir dieses Teil denn schon wieder hingelegt?“

Wenn wir nicht darauf achten wo wir zum Beispiel unseren kleinen Lokführer mit der roten Kappe zuletzt abgelegt haben, verschwenden wir viel Zeit mit der Suche. Also lernen wir Schritt für Schritt uns besser zu organisieren.

Alle Steine die mit der Eisenbahn zu tun haben, landen in der grünen Box, alle Steine die zur Feuerwehr gehören, kommen in die Rote.

Das darf natürlich nicht zwanghaft werden und sollte man ganz entspannt sehen, aber wenn man mehrere hundert Steine hat und nicht lange nach den passenden suchen möchte, lernt man zwangsläufig sich zu organisieren.

Und so ist es auch, wenn wir ein komplexeres Bauwerk zusammen stecken. Wir überlegen uns vorher welche Steine wir wahrscheinlich benötigen. Etwas in die Zukunft zu planen lässt sich mit Lego also auch erlernen.

6. Lego fördert die Kreativität

Weil wir nicht jeden Tag mit der selben Eisenbahnstrecke und den gleichen Gebäuden spielen möchten, denken wir uns ständig neue Lego-Welten aus.

Wir spielen mit den Steinen und Figuren immer wieder neue Szenarien, wie zum Beispiel eine Baustelle auf der Bausteine von A nach B transportiert werden müssen, Kinder die an der Ampel darauf warten, dass alle Autos vorbei gefahren sind, oder einen Besuch im Zoo.

Die Unmenge der einzelnen Steine kann chaotisch wirken. Sie zu ordnen und sich zu überlegen, was man mit ihnen alles bauen kann, fördert die Phantasie und schöpferische Kraft meines Sohnes.

Fazit

Für mich ist Lego im Moment das beste Spielzeug für mein Kind, weil es uns beiden großen Spaß macht damit zu spielen und ich mich darüber freue ihm beim Lernen zusehen zu können.

Bei den Angeboten für ältere Kinder bin ich noch skeptisch, da Lego einen Großteil seines Gewinns mit Merchandising für bekannte Marken wie Star Wars oder Avengers verdient.

Ich wehre mich dagegen, dass Kinder an Marken gewöhnt werden, damit man mit ihnen Geld verdient. Der Spielspaß und die gesunde Entwicklung des Kindes sollten stattdessen im Vordergrund stehen.

Ob die bunten Steine in ein zwei Jahren immer noch ihren Platz im Spielzimmer bekommen, muss ich dann herausfinden. Bis dahin haben wir aber sicher noch viel Spaß damit.

Autor:

Andreas hat Geschichte, Informatik und Pädagogik studiert, als Programmierer das Glück gesucht und Unternehmen in der Digitalen Analyse beraten. Im Moment meistert er die Herausforderungen eines Product Owners in der Business Intelligence der OTTO Group. Wenn er neben Beruf und Familie Zeit für sich findet, verbringt er diese mit seiner Ukulele, Experimenten, Lesen und (manchmal etwas) zu viel Nachdenken. Hier erfährst Du mehr über Andreas und seine Motivation. Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, kannst Du Andreas auf Twitter folgen.