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Pimp my MacBook – Festplatte im MacBook Air austauschen

Nach vier Jahren intensiver Verwendung wurden die 120 Gigabyte meiner MacBook Air Festplatte langsam knapp. Ich konnte mittlerweile keine Updates mehr installieren, ohne Dateien temporär auf externe Datenträger auszulagern und musste immer öfter auf USB-Sticks ausweichen, um die Speicherkapazität zu erhöhen.

Spätestens nach dem letzten Foto-Import war klar, dass die Geschwindigkeit von USB 3.0 nicht ausreicht, um alle Bilder und Videos aus den vergangenen 10 Jahren einigermaßen performant auf einem externen Speicher zu archivieren. Ob ich es wollte oder nicht, die limitierende Komponente war identifiziert und da ich dieses MacBook weiterhin sinnvoll verwenden wollte, musste eine neue Festplatte her.

Der erste Versuch

Beim ersten Googeln bin ich auf die Upgrade-Kits „Transcend JetDrive“ und „OWC Aura“ gestoßen. Die bebilderten Anleitungen und dargestellten Benchmarks sahen gut aus und ich war ziemlich ungeduldig. Also bestellte ich die „OWC Aura Pro MBA10/11 Kit SSD 480 GB“ für stolze 275 Euro.

Doch bei meinem ersten Einbauversuch musste ich feststellen, dass Geduld eben doch eine wertvolle Tugend ist. Die neue Aura Pro war zwar schnell bei mir, wollte aber nicht in mein MacBook passen.

Die ersten Ergebnisse der Google Suche sind eben doch nicht immer die besten…

Versuch Nummer zwei

Also suchte ich erneut nach einer Lösung, aber dieses Mal gründlicher. Dabei entdeckte ich einen sehr ausführlichen Artikel in dem genau beschrieben wird, welche Art von SSD in den unterschiedlichen MacBooks nachgerüstet werden können. Um herauszufinden welchen Mac man da eigentlich unter den Fingern hat, hilft der Weg über das Apfel-Symbol und den Menüpunkt „Über diesen Mac“.

Laut der Übersicht auf „Mac and Egg“ kommen für das MacBook Air aus 2012 sechs verschiedene SSDs in Frage. An dieser Stelle war ich ziemlich glücklich darüber, dass die Festplatte von OWC sich nicht mit meinem Modell vertragen wollte. Denn die Crucial MX300 bietet nicht nur 480 sondern satte 525 Gigabyte und das auch noch für fast die Hälfte des Preises.

Also habe ich mir für meinen zweiten Versuch die Crucial MX300 mit 525GB und dazu einen passenden Adapter bestellt. Innerhalb von zwei Tagen war das Paket bei mir und ich konnte mit dem Einbau beginnen.

Der Umbau

Das MacBook ist schnell geöffnet, vorausgesetzt man verfügt über den passenden Torx-Schraubenzieher. Die vorhandene Festplatte ist mit nur einer Schraube befestigt und kann unkompliziert ausgebaut werden. Vorher sollte man allerdings das kleine Anschlusskabel des Akkus vom Mainboard lösen und das Netzteil abziehen.

Es ist schon beeindruckend wie viel Speicher mittlerweile auf so wenig Platz passt. So schlank sieht die Crucial SSD im Vergleich zum Apple Original-Bauteil von Toshiba aus:

Der Adapter lässt sich einfach auf die neue SSD aufstecken und die beiden Teile können dann in den Slot eingesetzt werden.

Wiederherstellen des Systems

Laut Apple kann man MacOS auf drei Varianten wiederherstellen. Durch die Verbindung mit einem anderen Mac, durch das Anschließen der alten Festplatte per USB oder über ein Time Capsule Backup.

Da ich keinen passenden Adapter zum Anschließen der Festplatte per USB zur Verfügung hatte, dafür aber schon seit 2014 Backups auf der Time Capsule sammle, habe ich mich für diese Option entschieden.

Um den Recovery-Modus zu aktivieren müssen beim Starten die Tasten CMD + R gehalten werden.

Englische Tastatur

Bei der Verbindung mit dem lokalen WLAN muss man berücksichtigen, dass die Tastatur zu diesem Zeitpunkt noch das englische Layout verwendet. Sondertasten wie Ausrufezeichen und Unterstriche müssen bei der Eingabe des Netzwerkschlüssels also nach dem englischen Layout eingegeben werden.

Anschließend werden die OS X – Dienstprogramme gestartet. Von hier aus kann die neue Festplatte bei Bedarf partitioniert werden. Wer möchte kann an dieser Stelle OS X auch vollständig neu installieren.

Nun konnte ich mich mit meiner Time Capsule verbinden und das System aus dem letzten Backup wiederherstellen. Dafür wollte ich zunächst die WLAN-Verbindung benutzen. Damit sollte die Wiederherstellung allerdings über 12 Stunden dauern. Zum Glück hatte ich einen USB-LAN-Adapter zur Verfügung und damit dauerte die Übertragung des 120 GB Backups „nur noch“ 7,5 Stunden.

Ergebnis

Insgesamt war der Umbau unkompliziert und das System dank der regelmäßigen Backups schnell wieder einsatzbereit. Mit etwas mehr Nachdenken und besserer Recherche im Vorfeld, hätte ich mir den Umweg über die unpassende Festplatte sparen können.

Für das Ergebnis hat sich der geringe Aufwand deutlich gelohnt. Auf dem fünf Jahre alten MacBook stehen nun 525 Gigabyte für die Verwaltung von Fotos und Videos zur Verfügung.

Und wenn der Festplatten Benchmark, den ich vor und nach dem Umbau durchgeführt habe, wirklich stimmt, hat sich die Lesegeschwindigkeit beinahe verfünfacht.

Wer sich so wie ich aufgrund der Kosten und des Aufwands, davor gescheut hat die Festplatte eines in die Jahre gekommenen MacBooks auszutauschen, sollte durchaus nochmal darüber nachdenken. SSD Speicher ist mittlerweile bezahlbar und für das Upgrade sind keine besonderen Fähigkeiten erforderlich.

Alle Mutigen werden man mit mehr Geschwindigkeit und größerem Platz für die Daten belohnt.

Autor:

Andreas hat Geschichte, Informatik und Pädagogik studiert, als Programmierer das Glück gesucht und Unternehmen in der Digitalen Analyse beraten. Im Moment meistert er die Herausforderungen eines Product Owners in der Business Intelligence der OTTO Group. Wenn er neben Beruf und Familie Zeit für sich findet, verbringt er diese mit seiner Ukulele, Experimenten, Lesen und (manchmal etwas) zu viel Nachdenken. Hier erfährst Du mehr über Andreas und seine Motivation. Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, kannst Du Andreas auf Twitter folgen.