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Startup Weekend Hamburg 2013 – Lessons Learned

SW_Hamburg

Das war es also, mein erstes Startup Weekend. 54 Stunden, bis zum Äußersten gefüllt mit Gründerstimmung und Produktivität. Hier möchte den Versuch unternehmen, ein paar meiner Erfahrungen zusammen zu fassen.

Leidenschaft

Mach Deine Leidenschaft für ein Projekt nicht davon abhängig, wie Investoren darüber entscheiden.

Investoren haben immer zwei Fragen im Hinterkopf:
Wo ist das Geld und kann das Business Model funktionieren??

Bei der Beantwortung dieser Fragen, greifen sie auf ihren Erfahrungsschatz zurück. Sie kennen sich gut in großen Märkten aus, kennen funktionierende Business Modelle und Investitionsstrategien. Manche von ihnen verfügen über sehr viel Erfahrung. Aber all das muss nicht zwangsläufig nützlich sein, wenn es darum geht ein Konzept zu bewerten. Es sind nur Annahmen.

Ich stelle mir bei einem Projekt in Zukunft die folgenden Fragen:

Weckt die Arbeit daran in mir Leidenschaft? Harmoniere ich mit dem Team? Ist das Team motiviert? Ist es kompetent oder bereit Kompetenzen zu erwerben? Werde ich überleben?

Prozess

Viel wichtiger als das Gewinnen eines Contests ist, was man aus der investierten Zeit mitnimmt. Es gibt so viel was man dabei über sich selbst und andere lernen kann.

Wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man irgendwo anfangen. Dieser Anfang kann darin bestehen, seine Idee auf einem Startup Weekend vorzustellen oder an einer anderen Idee mitzuarbeiten. Dabei ergeben sich Entwicklungen, an die man vorher nie gedacht hätte.

Ist man dann am Arbeiten, darf man sich nie entmutigen lassen und schon gar nicht aufgeben. Jedes Mal, wenn man feststeckt und die Motivation an einem Tiefpunkt ist, bedeutet das, dass man kurz davor ist das Produkt wirklich zu verbessern. Es ist wie ein Stein den man bearbeitet, bis daraus etwas Wunderschönes entsteht. Dafür muss man Feedback erfragen, dieses annehmen und das eigene Konzept immer weiterentwickeln.

Für den Pitch ist ein gut durchdachtes Business Model wichtiger als ein funktionierender Prototyp. Wir haben viel Zeit in die Erarbeitung eines halbfertigen Prototyps gesteckt, der am Ende nicht gezeigt wurde. Manche der Slides, die am meisten Zeit zur Erstellung benötigten, kamen während des Pitches gar nicht richtig zur Geltung. Die Zeit ist einfach zu kurz, um etwas vorzuführen. Das Hauptinteresse der Investoren liegt auf dem Business Model. Alle nach den Pitches gestellten Fragen konzentrierten sich darauf. Keiner der Judges hat Fragen zu Prototypen gestellt. Insgesamt hätten wir mehr Zeit in Recherche, Brainstorming und Austausch stecken sollen.

Leute

Man lernt viele Menschen kennen, die ähnlich ticken und einem weiterhelfen können. Ich wurde zum Glück nicht in meiner Annahme bestätigt, dass es in der Startup-Szene nur um Lifestyle und Coolness geht. Nein dahinter steckt wirklich verdammt harte Arbeit und ständige Weiterentwicklung.

Anderen richtig zuzuhören ist extrem wichtig! Was versucht mein Gegenüber mir zu sagen? Habe ich ihn richtig verstanden? Oft ist man zu sehr auf die eigene Arbeit oder Vision fokussiert. Man kann nur schwer loslassen oder hat Angst vor Veränderungen, die das bisher geleistete zu nichte machen.

Der Meinungsaustausch mit verschiedenen Mentoren ist unbezahlbar. Wirklich jedes Gespräch hat uns voran gebracht. Wir wurden dazu gezwungen uns kritisch mit unserer Idee auseinander zusetzen und sie zu konkretisieren. Die darin enthaltenen Schwächen und Fehlannahmen wurden uns schonungslos aufgezeigt. Das demotiviert zwar im ersten Moment etwas, ist für die Weiterentwicklung aber extrem wertvoll. Wir haben neuen Input und frische Ideen bekommen, die uns aus Sackgassen geholfen haben und aus denen wir neue Motivation gewinnen konnten. Außerdem helfen die Mentoren dabei, Dich auf den Pitch vorzubereiten und die Story hinter Deiner Präsentation zu verbessern.

Beim Gespräch mit Mentoren sollte man darauf achten, welche Perspektive sie einnehmen. Womit kennen die Mentoren sich wirklich gut aus? Gehören sie vielleicht sogar zur Zielgruppe? Haben sie Ahnung von meinem Markt? Ansonsten sind alle Ratschläge zwar grundsätzlich wertvoll, müssen aber nicht zwingend hilfreich sein. Es lohnt sich alle Informationen aufzunehmen und immer wieder darüber nachzudenken, wie sie ins Gesamtkonzept passen.

Ein funktionierendes Team ist das Wichtigste!

Ich habe mich bemüht die folgenden drei Grundsätze in unserem Team umzusetzen und war mit der Stimmung und unseren Ergebnissen sehr zufrieden.

Gemeinsame Ziele und Aufgaben

Alle Team-Mitglieder wissen woran wir arbeiten und was wir damit erreichen wollen. Wir sind uns darüber einig was zum Erreichen unserer Ziele notwendig ist.

Vertrauen 

In das Team und in mich selbst. Jeder weiß, dass er sich auf die anderen verlassen kann und wir uns gegenseitig respektieren und unterstützen. Jeder sollte sich so sicher fühlen, dass er seine Meinung offen äußern kann.

Autonomie 

Jeder darf seine eigenen Werte und Ansichten behalten und muss diese nicht hinter denen der Gruppe zurückstellen. Jeder hat seine eigenen Aufgaben, die er umsetzt und für die er Anerkennung erhält. Alle Teammitglieder sind bereit Verantwortung zu übernehmen.

Jetzt seid Ihr dran!

Wie sind Eure Erfahrungen mit Veranstaltungen, wie dem Startup Weekend? Was habt Ihr daraus gelernt? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Antworten!

Autor:

Andreas hat Geschichte, Informatik und Pädagogik studiert, als Programmierer das Glück gesucht und Unternehmen in der Digitalen Analyse beraten. Im Moment meistert er die Herausforderungen eines Product Owners in der Business Intelligence der OTTO Group. Wenn er neben Beruf und Familie Zeit für sich findet, verbringt er diese mit seiner Ukulele, Experimenten, Lesen und (manchmal etwas) zu viel Nachdenken. Hier erfährst Du mehr über Andreas und seine Motivation. Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, kannst Du Andreas auf Twitter folgen.

2 Kommentare

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