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Digitale Gesellschaft

Datenschutzpanne bei HelloFresh

Laut Aktienkurs ist der Berliner Kochboxen-Lieferant HelloFresh Dank Corona-Krise zur Zeit mehr Wert als die Lufthansa. Während die Zahl der Neukunden wächst, nimmt die Kritik der Bestandskunden im Netz allerdings zu.

Kritik der Kunden wird lauter

Unter dem Hashtag #HelloFresh beschweren sich immer mehr Twitter-Nutzer über mangelhafte oder gar fehlende Zutaten, sowie über verspätete oder stornierte Lieferungen.

Hinzu kommt, dass beim telefonischen Support niemand erreichbar ist und man stattdessen durch eine Bandansage darum gebeten wird, den Kundendienst per Chatfunktion zu kontaktieren.

Es scheint als könnte HelloFresh die Erwartungen seiner Kunden aufgrund des schnellen Wachstums nicht mehr erfüllen.

Und nun auch noch Patzer beim Datenschutz

Die Mitarbeiter des HelloFresh-Kundenservice stehen sicher unter enormen Druck. Es dauert eine ganze Weile bis man per Chat verbunden wird. Die Personen mit denen ich dort kommuniziert habe, waren allerdings immer sehr freundlich und auskunftsbereit. Leider jedoch etwas zu auskunftsbereit.

Wie sich zeigt reicht es aus den Namen eines HelloFresh-Kunden und die von ihm hinterlegte E-Mailadresse zu kennen, um personenbezogene Daten in Erfahrung zu bringen.

Der folgende Dialog hat sich wie hier dargestellt ereignet. Das Problem ist, mein Name lautet nicht Stefan und ich lebe auch nicht in Großwallstadt.

Auch auf diese Frage habe ich eine Antwort erhalten und sie dürfte dem echten Stefan aus Großwallstadt wohl nicht gefallen…


Leider handelte es sich dabei um keinen Einzelfall, den man vielleicht auf einen unvorsichtigen Support-Mitarbeiter herunterspielen könnte. In weiteren Dialogen ließen sich bei anderen Mitarbeitern die Größe der abonnierten Box ändern, Telefonnummern erfragen und die im Kundenkonto hinterlegte E-Mailadresse gegen eine fiktive ersetzen – wodurch ein Kundenkonto quasi vollständig übernommen wäre.

Obwohl die Möglichkeit sich selbst oder ein paar Mitmenschen für ein paar Wochen kostenlos mit Lebensmitteln beliefern zu lassen sicher reizvoll erscheint, kam bei diesem Versuch selbstverständlich kein Kunde zu Schaden.

Ein derartig schlampiger Umgang mit personenbezogenen Daten würde sich durch das simple Abfragen persönlicher Details, oder eines geheimen Codewortes, vermeiden lassen oder wäre zumindest reduziert.

HelloFresh sollte also nicht nur beim Thema Kundenzufriedenheit, sondern auch – und viel dringender – beim Datenschutz unbedingt nachbessern.

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